Radmarathon Tannheimer Tal

am 5. Juli 2022
Tannheimer Tal Radmarathon am 3. Juli 2022 Die Anmeldung war bezahlt- eigentlich für das Jahr 2020. Aber wie es vielen Veranstaltern erging wegen der Coronapandemie, so auch dem Team des Tannheimer Tal Radmarathons. Zwei Jahre radelte keiner dieses beliebte Rennen. Ein Lob verdient sich das Organisationsteam dafür, dass alle Starttickets kostenfrei auf 2022 umbuchbar waren. Für den TSV Harburg startete Alexander Jung über die längste Strecke, 212km und 3100HM an diesem herrlichen sonnigen Tag. Es war die dritte Teilnahme für ihn nach 2016 und 2018. Das erste Drittel der Strecke über Oberjoch, Rettenberg, Immenstadt bis nach Obermaiselstein variierte wieder leicht, dieses Mal waren ein paar giftige Rampen mit bis zu 20% auf dem Teilstück hinter Immenstadt eingebaut. Bei km80 absolviert man den Riedbergpass, dann geht es wieder nach Österreich. In einem großen Bogen führt der Kurs nach Schoppernau, dann über den Hochtannbergpass und Warth ins Lechtal. Ab Weißenbach geht’s dann über den letzten Anstieg, den Gaichtpass, zurück ins Tannheimer Tal zum Ziel. Nach ziemlich genau 7 Stunden absolvierte Alexander Jung den Zielstrich als 147. von etwas über 1000 Teilnehmern. Ebenfalls für den TSV Harburg war Jürgen Elsässer über die zweitlängste Strecke mit 130km unterwegs. Die Streckenführung von Tannheim führte über Pfronten, Reutte, hinauf ins Lechtal bis bis nach Holzgau und wieder zurück bis Weißenbach, dann auch über den Gaichtpass wieder nach Tannheim. Auch er war mit seiner Zeit von 4:02h höchst zufrieden. Der Tannheimer Tal Radmarathon wird Jahr für Jahr größer. Dieses Mal gab es 4 verschiedene Strecken im Angebot. Die Organisatoren haben mit den Ex-Profis Marcel Wüst und Gerrit Glomser prominente Guides ins Boot holen können und verleihen so der Veranstaltung noch mehr Anreiz. Mit einer Anfahrtszeit von ca. 2 Stunden könnte es ein sehr attraktives Rennen für zukünftige Starter vom TSV Harburg sein.

"Styrkeproven"

am 23. Juni 2022
„Ich wollte eigentlich nur das Ziel erreichen“ Der Harburger Jochen Rühl nahm am Radrennen „Styrkeproven“ über 560 Kilometer in Norwegen teil, es sollte ein sehr schwerer Tag werden! Es ist eine Institution unter Rennradfahrern und es wäre für viele ein verrücktes Unterfangen: Das norwegische Rennen „Styrkeproven“, zu Deutsch "Stärkeprüfung", von Trondheim nach Oslo. Der Harburger Jochen Rühl hat sich dieser Kraftprobe gestellt und erfolgreich gemeistert: 560 Kilometer in 16:40:49 Stunden, mit einem Stundenmittel von 34 km/h, erreichte er in mitten vieler professionellen Teamfahrern, den 65. Platz. Wird somit bester Deutscher, noch vor dem ehemaligen Radprofi Tony Martin. Mit seiner langjährigen Ausdauererfahrung und sechs Monaten voller anstrengender Trainingseinheiten, bereitete er sich auf das Rennen vor. Über 8000 Kilometer hat er in dieser Zeit mit seinem Rennrad zurückgelegt. "Ohne das intensive Verständnis meiner Familie eigentlich nicht durchführbar", sagt der Harburger. Das Rennen wird nicht umsonst als Stärkeprüfung bezeichnet, führt es doch quer durch Norwegen. Das Radrennen gibt es seit über 50 Jahren. Mit einer Länge von 560 Kilometern und rund 4174 Höhenmetern, ist es das längste europäische Rennen mit Zeitmessung. Alle Teilnehmer haben 36 Stunden Zeit, das Ziel zu erreichen. Gestartet wird jedes Jahr am Mittsommer-Wochenende. Am Start standen heuer über 2500 Radler. Schon die Anreise nach Trondheim und die logistische Gestaltung des Rennens, stellt eine Herausforderung dar. Man fährt von Norden nach Süden, Oneway, nur in eine Richtung. Hier, erwähnt Rühl, möchte er sich besonders bei seinem Freund Klaus König bedanken, der den Logistik-Job übernommen hat! Beim „Styrkeproven“ gibt es eine genaue Startaufstellung: Ab 3:00 Uhr morgens starten die Langzeitradler, ab 4:00 Uhr dann die professionellen Teams und ab 5:00 Uhr die Einzelradler. Wie der norwegische Sommer ausschaut, lernte Rühl dann gleich am Start kennen. Dauerregen und 5 Grad, die ersten 4 Stunden fuhren wir im strömenden Regen. „Das war aber weniger schlimm“, ich war mental darauf vorbereitet. „Man muss von Anfang an auf seinen Energiehaushalt achten“, die ersten 175 km geht es eigentlich nur bergauf, bis man die Hochebene Dovrefjell auf erreicht, dort oben bläst dann der Wind mächtig von vorn, teilweise mit Windgeschwindigkeiten von 15 m/s. Gottseidank, wurde es auf dieser Hochebene besser Wetter und die Sonne erleichterte das Radfahren erheblich. Mit Rückenwind wurden der Skiort Kvitfjell und die Olympiastadt Lillehammer erreicht. Nun standen 360 km auf dem Tacho und es sollte nochmal richtig schwer werden, unzählige kurze, giftige Anstiege, schlechte Straßen ließen kein rhythmisches Radfahren mehr zu. Permanentes Beschleunigen und Abbremsen, taube und schmerzende Handgelenke erforderten viel Krafteinsatz und mentale Stärke. "Nach 400 km spürte ich leichte Krämpfe in den Oberschenkeln. Ab hier will nur noch der Kopf weiterfahren, nicht mehr der Körper“, gibt Rühl einen Einblick in seine Gedankenwelt. Die letzten 20 Kilometer führen dann über eine mehrspurige Autobahn nach Oslo. Hier hat man einfach die rechte Fahrspur mit Pylonen abgesperrt, das verdeutlicht nochmals die Bedeutung dieses Radrennens in Norwegen! In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Nach genau 560 gefahrenen Kilometern erreichte Rühl das Ziel, die Vallhall Arena in Oslo. Von seiner Top-Platzierung erfuhr Rühl erst auf dem Rückweg, "Während des Rennens war mir nicht klar, dass ich mich so weit vorne im Fahrerfeld befand". "Ich werde die traumhafte Landschaft mit den unzähligen Flüssen, Seen und Hochebenen nicht so schnell vergessen und kann mir auch nicht so recht erklären wie ich diese lange Strecke überhaupt geschafft habe. Am meisten erstaunte mich allerdings eine Zahl, das war die Kalorienverbrauchsanzeige auf meinem Radcomputer. Dort stand, 18009 kcal!" Bericht: Christine Rühl
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