39. Frankfurt-Marathon

am 4. November 2022
Tobias Ullrich mit persönlicher Bestzeit beim Frankfurt-Marathon 2022 Mit Beginn des Herbstes ist die Triathlon-Saison vorbei und so stellen sich viele Triathleten der Herausforderung eines Marathons. Wenn man noch fit ist, dann kann man vielleicht sogar seine persönliche Bestzeit angreifen. Diesen Plan hatte auch Tobias Ullrich vom TSV Harburg. Gemeinsam mit über 20.000 anderen Teilnehmern stand er am 30. Oktober an der Startlinie des  39. Frankfurter-Marathons. Um Punkt 10 Uhr fiel der Startschuss des bisher wohl wärmsten Marathon-Rennens der Geschichte in Frankfurt. Bei circa 20 Grad im Schatten begann das „große Schwitzen“ bereits auf den ersten 5 Kilometern. Die Taktik von Tobias stand somit fest: nicht zu schnell angehen und ab der ersten Verpflegungsstation mit der Kühlung beginnen. So schlug er eine konstante Pace von 4:10 min/km an und an jeder Verpflegungsstelle gab es einen Becher Wasser über den Kopf. Die Halb-Marathon-Marke passierte er solide nach 1:28:02 Stunden. Kein gutes Zeichen war, dass sich bereits ab Kilometer 14 ein Ziehen in seiner linken Wade bemerkbar machte. Trotzdem war die Devise „Ruhe bewahren“ und erst einmal bis Kilometer 30 durchlaufen: „Irgendwie wird es schon gehen!“. Tatsächlich lief es flüssig weiter bis zur 35 Kilometer-Marke. Jetzt taten die Beine natürlich weh, aber sowohl muskulär, als auch energetisch gab es keine weiteren großen Ausfallerscheinungen. Auf den letzten 7 Kilometern mobilisierte Tobias dann nochmals alles was möglich war, um eine Zeit unter 3 Stunden zu erreichen. Am Streckenrand standen reihenweise Läufer, die den hohen Temperaturen und vielleicht auch ihrem zu hohen Anfangstempo, in Form von Gehpausen Tribut zollen mussten. Das Motto auf den letzten Kilometern hieß also: „Überholen was geht!“. Die zweite Marathon-Hälfte war mit 01:28:34 Stunden ähnlich schnell wie die erste und so überquerte Tobias glücklich mit neuer persönlicher Bestzeit nach 02:56:35 Stunden die Ziellinie. Im Gesamtfeld erreichte er damit einen starken 437. Platz. Aufgrund der tollen Atmosphäre und der schnellen flachen Strecke, aber nicht zuletzt auch wegen der positiven Erinnerungen, war dies sicherlich nicht sein letzter Start in der Metropole. Bericht: Tobias Ullich  

Verrückt auf die Dolomiten

am 25. Oktober 2022
-so könnte man es nennen, als wir im August hungrig diesen steinigen Teil der südlichen Kalkalpen innerhalb von nur 4 Tagen in uns aufsaugten. Ausschlaggebend war der Wunsch von Stefan Richter und mir (Alexander Jung) endlich mal den Stoneman Dolomiti, den Ur-Stoneman mit in der Zwischenzeit mehreren Ablegern, zu absolvieren. Hier geht es nicht um ein MTB-Rennen sondern um eine Challenge, ein Mountainbikerundweg mit 110km/ 4000 Höhenmeter, den man je nach Trainingsstand an 1-3 Tagen absolviert. Wer will, kann sich auf der Homepage des Stoneman ein Starterpaket kaufen und wird im Gegenzug nach erfolgreicher Fahrt mit einem Eintrag in die Finisherliste belohnt. Ansonsten wollten wir zwei in den wenigen zur Verfügung stehenden Tagen möglichst viel Dolomiten fühlen und dabei flexibel bleiben, somit haben wir das Auto vollgestopft mit Ausrüstung: was man so braucht für MTB, Trailrun, Klettersteig, Hochtour und autarke Übernachtung. Voller war das Auto nur beim letzten Umzug… Während der Anreise am Freitag 5. August verfinsterte sich der nunmehr seit Wochen blaue Himmel zu einer dicken Gewitterfront. Am Startpunkt in Winnebach bei Innichen in Südtirol braute sich was zusammen. Als wir um 19:30Uhr auf die Räder stiegen öffneten sich die Schleusen, wir waren innerhalb von 2 Minuten patschnass, die Blitze erhellten uns die Szenerie und das Gewittergrollen machte jedes Gespräch unmöglich. An diesem Abend fuhren wir nur 15km und 1200 Höhenmeter zur 2447m hoch gelegenen Silianerhütte, denn die erste Nacht war hier vorgebucht. Hier starteten wir am nächsten Morgen bei kühlen 6 Grad aber Sonne und mit nasser Radkleidung (in den Trockenräumen war natürlich die Heizung aus) zum schönsten Teil des Stoneman Dolomiti- die Demutpassage ist ein 10km Singeltrail, ein ständiges auf und ab zwischen 2200 und 2400m Höhe. Zu Fuß nahmen wir unterwegs noch den Abstecher auf den Knieberg (2503m) um dann eine lange Abfahrt nach Casamazzagno zu nehmen. Die Italiener können einfach Espresso, eine Freude nach dem kalten Morgen in der wärmenden Sonne zu sitzen. Aber hier ging‘s wieder nordwärts Richtung Sexten, allerdings biegt der Stonemantrack am Kreuzbergpass noch links ab hinauf zur Rotwandbergstation, immer linker Hand die Dolomiten mit der Schusterplatte im Sichtfeld. Es folgt eine lange Abfahrt nach Sexten, dann geht es im Tal über Innichen nach Toblach. Der letzte Anstieg, der Strickberg, empfing uns mit Regen und Kälte. Dafür war es leer, keiner wollte bei dem Sauwetter wandern oder radeln. Oben am Strickberg kann man der offiziellen Route folgend ein Stück wieder retoure fahren, um dann nach Winnebach abzubiegen. Wir bevorzugten aber die „alte“ Route des Stoneman über Marchkinkele und einen fast zugewachsenen Trail durch Latschenkiefern, Büsche und nasses hohes Gras hinab nach Winnebach. Beim Wirt in Winnebach haben wir erst die Räder und dann uns selbst abgekärchert. Am Sonntag ging es dann zu den 3 Zinnen- in das Herz der Dolomiten. Ab Misurina sind wir mit dem MTB die Mautstraße hochgefahren, haben das Rifugio Auronzo passiert, um dann noch bis Rif. Lavaredo weiter zu pedalieren. Hier machten wir die Pferde fest und es ging per pedes weiter. Bis zum Paternsattel ist noch High Life, alle Welt will sich vor den berühmten Nordwänden der 3-Zinnen fotografieren. Es geht genauso international zu wie am und im Schloss Neuschwanstein. Richtige Bergsteiger oder Kletterer sieht man bis hier kaum. Hier sind wir abgebogen, um den Klettersteig auf den Paternkofel zu machen, hier sind angenehmerweise wieder weniger Menschen unterwegs. Der Paternkofel hat eine berühmte Geschichte, denn hier fiel 1915 im ersten Weltkrieg der bekannte Südtiroler Bergführer und Wirt der 3-Zinne-Hütte Sepp Innerkofler. Weiter ging es auf dem Klettersteig Schartenweg zur Büllelejochhütte und dann im Trailrun hinüber zur 3-Zinnen-Hütte. Ein Punkt stand noch auf dem Programm: der Toblinger Knoten, eine Dolomitensäule mit etwas mehr als 200HM und einem Klettersteig als wilde Eisenleiterpartie. Zu allem Unglück zog sich der Himmel schwarz zu und während wir so mitten im Leiterwald waren, begannen die ersten Blitze zu zucken und der Himmel weinte. Um nicht ein Fall für den Helikopter oder Schlimmeres zu werden, sind wir wieder runter und ein paar Meter weg vom Eisen. Unter einem Felsvorsprung zusammengekauert und frierend stellten wir fest, dass der Regen sich auf einen längeren Besuch einrichtete. Also doch wieder los in den Regen und zur Hütte zurück joggen. Alles Schlechte hat bekanntlich was Gutes. Denn während normalerweise die 3-Zinnen-Hütte mit ihrem grandiosen Blick in die Nordwände der bekanntesten Dolomitengipfel über Monate im Voraus gebucht werden muss, profitierten wir heute von den No-Shows der internationalen Gäste. Am nächsten Morgen wollten wir uns nicht mehr ausbremsen lassen und standen schon kurz nach 6 Uhr auf dem Gipfel des Toblinger Knoten, um den Sonnenaufgang zu erleben. Nach dem Frühstück auf der 3-Zinnen-Hütte ging es mit einem Trailrun rund um die 3 Zinnen weiter. Zurück bei den Fahrrädern ging es dann rasant hinab ins Tal und zum Auto. Wir wollten ja heute noch mehr Abenteuer erleben, nur dazu mussten wir am „Materialwagen“ neu packen. Das Auto haben wir im Tal nur ein paar Kilometer umgeparkt und dann ging es mit dem MTB ca. 1100HM hinauf zur Fanesalm. Oben angekommen konnten wir uns kaum entscheiden für einen der vielen schönen Gipfel. Wir haben dann den mit dem wenigsten Nebel genommen- zu Fuß ging es nochmal knapp 1000HM hinauf zur Neunerspitze, anfangs auf einem Weg, später über einen Klettersteig. Auf dem Weg nach unten haben uns die Murmeltiere einen Vogel gezeigt. Wieder runter fahren wollten wir von der Fanes nicht, außerdem war es schon fast dunkel. Zufrieden nahmen wir einen exklusiven Schlafplatz im 1000-Sterne-Hotel, intensiver kann Bergerlebnis nicht sein. Am letzten Dolomitentag, Dienstag 9. August, waren wir schon wieder vor den Spatzen wach, die Beine zuckten schon und fragten, wann geht’s weiter? MTB-Abfahrt in morgendlicher Frische von der Fanesalm- so waren wir zurück am Auto richtig wach. Ein paar Kilometer mussten wir mit dem Materialwagen zurücklegen, denn heute sollte es noch hoch hinaus gehen- der Hochgall mit 3436m ist der höchste Gipfel der Riesenfernergruppe und wir haben ihn von Rein in Taufers (ca. 1500m ü NN) aus bestiegen. Zur Überbrückung der ersten 300HM vom Parkplatz aus haben wir nochmal die Drahtesel
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